24. Juni 2026 – Pflegegrade und Pflegeleistungen im Mittelpunkt einer gut besuchten Informationsveranstaltung des Seniorenbeirates Schönberg

Trotz sommerlicher Temperaturen fanden am 24. Juni 2026 zahlreiche Seniorinnen und Senioren den Weg in den Rathaussaal des Schönberger Rathauses, um sich über das wichtige Thema „Pflegegrade – Welche Leistungen gibt es und wie beantragt man sie?“ zu informieren. Zu der Veranstaltung hatte der Seniorenbeirat Schönberg eingeladen.
Der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Hans-Jürgen Ehmke, begrüßte gemeinsam mit seinem Stellvertreter Harald Tibus die Besucherinnen und Besucher. Beide freuten sich über das große Interesse an diesem für viele Menschen wichtigen Thema.

Auch Bürgermeister Peter A. Kokocinski richtete einleitende und herzliche Begrüßungsworte an die Anwesenden. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung solcher Informationsveranstaltungen für die älteren Menschen in Schönberg hervor. Gleichzeitig sprach er dem Seniorenbeirat seinen besonderen Dank für dessen ehrenamtliches Engagement aus. Es sei keineswegs selbstverständlich, dass ein ehrenamtlich tätiges Gremium mit so viel Einsatz immer wieder informative, hervorragend organisierte und für Seniorinnen und Senioren wertvolle Veranstaltungen auf die Beine stelle. Der Seniorenbeirat leiste damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben im Ostseebad Schönberg und ermögliche älteren Menschen, sich über aktuelle Themen zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinschaft zu erleben. Für dieses kontinuierliche Engagement verdiene der Seniorenbeirat große Anerkennung und Respekt.

Als Referenten konnten Herr Kroczynski, Geschäftsstellenleiter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Schönberg, sowie Frau Gottfriedsen, Pflegedienstleitung der stationären Pflege des ASB, gewonnen werden. Eigentlich sollte auch Frau Pyschik, Pflegedienstleitung der Tagespflege, über ihren Arbeitsbereich berichten. Sie musste ihre Teilnahme jedoch kurzfristig absagen und ließ sich entschuldigen.

Herr Kroczynski und Frau Gottfriedsen erläuterten den Besucherinnen und Besuchern ausführlich das Thema „Pflegegrade – Welche Leistungen gibt es und wie beantragt man sie?“. Da dieses Thema viele ältere Menschen sowie deren Angehörige beschäftigt und nicht alle Interessierten an der Veranstaltung teilnehmen konnten, hat der Seniorenbeirat die wichtigsten Inhalte des Vortrages nachfolgend zusammengefasst.
Pflegegrade – Welche Leistungen gibt es und wie beantragt man sie?
Die gesetzliche Pflegeversicherung unterscheidet fünf Pflegegrade. Sie richten sich danach, wie stark die Selbstständigkeit eines Menschen im Alltag eingeschränkt ist.
Pflegegrad 1
Bei einer geringen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit besteht unter anderem Anspruch auf den monatlichen Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel, Zuschüsse zur Wohnraumanpassung sowie kostenlose Pflegeberatung.
Pflegegrad 2
Bei einer erheblichen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit können Pflegegeld, Pflegesachleistungen durch einen ambulanten Pflegedienst, Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege sowie Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.
Pflegegrad 3
Bei einer schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit erhöhen sich die Leistungen der Pflegeversicherung. Betroffene erhalten umfangreichere Unterstützung sowohl im häuslichen als auch im stationären Bereich.
Pflegegrad 4
Dieser Pflegegrad ist für Menschen vorgesehen, deren Selbstständigkeit schwerst beeinträchtigt ist. Entsprechend steigen die finanziellen Leistungen und Unterstützungsangebote deutlich an.
Pflegegrad 5
Pflegegrad 5 erhalten Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen und besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Hier stehen die höchsten Leistungen der Pflegeversicherung zur Verfügung.
Wie beantragt man einen Pflegegrad?
Der Antrag wird bei der Pflegekasse gestellt, die bei der jeweiligen Krankenkasse angesiedelt ist. Anschließend beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst (MD) mit einer Begutachtung.
Dabei wird nicht die Erkrankung selbst bewertet, sondern vielmehr die Frage, wie selbstständig die betroffene Person ihren Alltag noch bewältigen kann. Berücksichtigt werden unter anderem
- die Mobilität,
- die geistigen und kommunikativen Fähigkeiten,
- die Selbstversorgung,
- der Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen,
- sowie die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.
Nach der Begutachtung entscheidet die Pflegekasse über die Einstufung in einen Pflegegrad und informiert die Antragstellerin oder den Antragsteller schriftlich.
Praktischer Hinweis
Herr Kroczynski und Frau Gottfriedsen empfahlen, sich auf den Begutachtungstermin sorgfältig vorzubereiten. Hilfreich ist es, bereits einige Tage vorher festzuhalten, bei welchen alltäglichen Tätigkeiten regelmäßig Unterstützung benötigt wird. Auch Angehörige sollten möglichst am Begutachtungstermin teilnehmen, da sie die Situation oft besonders gut schildern können.
Die Referenten machten deutlich, dass viele Menschen zunächst zögern, einen Pflegegrad zu beantragen. Dabei eröffnet bereits ein anerkannter Pflegegrad vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung und kann wesentlich dazu beitragen, möglichst lange selbstständig in der eigenen Wohnung leben zu können.
Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum zeigten, wie groß der Informationsbedarf zu diesem Thema ist. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, ihre persönlichen Anliegen direkt mit den Referenten zu besprechen und individuelle Hinweise für ihre eigene Situation oder die ihrer Angehörigen zu erhalten.
Neben den fachlichen Informationen bot die Veranstaltung auch Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Wie bei den Veranstaltungen des Seniorenbeirates üblich, standen Kaffee sowie zahlreiche selbstgebackene Torten und Kuchen bereit, die von den Gästen gerne angenommen wurden. In gemütlicher Atmosphäre entstanden viele interessante Gespräche zwischen den Besucherinnen und Besuchern sowie den Referenten.
Unter den Gästen befanden sich neben Bürgermeister Peter A. Kokocinski auch die Gemeindevertreterin Dagmar Henschel sowie der Gemeindevertreter Bernd Dombrowski, die mit ihrer Anwesenheit ihre Wertschätzung für die Arbeit des Seniorenbeirates und ihr Interesse an den Belangen älterer Menschen in Schönberg zum Ausdruck brachten.

Zum Abschluss der gelungenen Informationsveranstaltung bedankten sich der Vorsitzende des Seniorenbeirates Schönberg, Hans-Jürgen Ehmke, und sein Stellvertreter Harald Tibus herzlich bei den beiden Referenten, Herrn Kroczynski, Geschäftsstellenleiter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Schönberg, und Frau Gottfriedsen, Pflegedienstleitung der stationären Pflege des ASB, für ihren informativen, verständlich gestalteten und praxisnahen Vortrag zum Thema „Pflegegrade – Welche Leistungen gibt es und wie beantragt man sie?“.
Als Zeichen der Anerkennung und des Dankes überreichten Hans-Jürgen Ehmke und Harald Tibus den beiden Referenten jeweils ein Präsent. Die Besucherinnen und Besucher würdigten den überzeugenden Vortrag und das große Engagement von Herrn Kroczynski und Frau Gottfriedsen mit lang anhaltendem Applaus.
Der ASB in Schönberg – ein starker Partner für ältere Menschen
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Ansprechpartner für Seniorinnen und Senioren in Schönberg und der Probstei. Mit seinen vielfältigen Angeboten unterstützt er ältere Menschen dabei, möglichst lange selbstbestimmt und gut versorgt zu leben.
Stationäre Pflege
Die stationäre Pflegeeinrichtung des ASB bietet älteren Menschen, die dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sind, ein sicheres und wohnliches Zuhause. Qualifizierte Pflegekräfte kümmern sich rund um die Uhr um die Bewohnerinnen und Bewohner und gewährleisten eine individuelle und würdevolle Betreuung. Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung werden auch gemeinsame Aktivitäten und soziale Kontakte gefördert, um die Lebensqualität zu erhalten.
Tagespflege
Die Tagespflege des ASB richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die weiterhin in ihrer eigenen Wohnung leben möchten, tagsüber jedoch Betreuung, Unterstützung und Gemeinschaft wünschen. Gleichzeitig werden pflegende Angehörige spürbar entlastet. Die Gäste verbringen den Tag in einer freundlichen Umgebung mit gemeinsamen Mahlzeiten, Beschäftigungsangeboten und pflegerischer Begleitung und kehren am Abend wieder in ihr Zuhause zurück.
ASB-Pflegewohngruppen in Schönberg
Eine weitere Wohnform bieten die ASB-Pflegewohngruppen in Schönberg. Sie verbinden selbstständiges Wohnen mit der Sicherheit einer bedarfsgerechten Betreuung. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner verfügt über einen privaten Wohnbereich, während Gemeinschaftsräume das Miteinander fördern. Dieses Wohnkonzept schafft eine familiäre Atmosphäre und ermöglicht ein möglichst selbstbestimmtes Leben bei gleichzeitig vorhandener Unterstützung.
Die Informationsveranstaltung machte deutlich, wie wichtig verständliche Informationen rund um die Themen Pflege, Betreuung und Wohnen im Alter sind. Der Seniorenbeirat Schönberg wird deshalb auch künftig regelmäßig Vorträge und Informationsveranstaltungen anbieten, um Seniorinnen und Senioren sowie deren Angehörige bei wichtigen Entscheidungen zu unterstützen und ihnen kompetente Ansprechpartner vorzustellen.
Der Seniorenbeirat Schönberg bedankt sich herzlich bei Herrn Kroczynski und Frau Gottfriedsen für den informativen, praxisnahen und verständlich gestalteten Vortrag sowie bei allen Besucherinnen und Besuchern für ihr großes Interesse. Ein besonderer Dank gilt außerdem den vielen Helferinnen und Helfern, die mit selbstgebackenen Torten und Kuchen sowie ihrer tatkräftigen Unterstützung erneut zum Gelingen eines gelungenen Nachmittags beigetragen haben.
ENDE DER SEITE



